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Spurenstoffe - Meldungen im November

 

Der November war etwas hektisch, daher die Meldungen nur summarisch:

 

n-Hexan in Lebensmitteln

 

https://www.liberation.fr/societe/sante/explosion-des-maladies-neurodegeneratives-il-faut-eliminer-lhexane-dans-lindustrie-agroalimentaire-20251127_AODUGSNGOZDHLES3JVGNWXXW74/

Es gibt den Verdacht, dass Spuren von n-Hexan, das vermehrt in der Lebensmittelindustrie zur Extraktion z.B. von pflanzlichen Ölen verwendet wird, an der Auslösung von neurodegenerativen Krankheiten beteiligt sein könnte.
EFSA hat eine Untersuchung zu Hexan in Lebensmitteln in Auftrag gegeben.
Neuerer Review: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9655691/#sec6-foods-11-03412
Das Problem ist das Fehlen von Daten, dazu kommt, dass "n-Hexan" ein technisches Produkt schwankender Zusammensetzung ist. Technische Alternativen wie verflüssigtes Butan oder CO2 sind relativ unproblematisch, die Industrie könnte nach dem Vorsorgeprinzip dazu verpflichtet werden.


Glyphosat etc.:
https://news.pan-germany.org/i/TqDcKUHuW2oqTHZ61n4ziVIfgYwbDf82
PAN, Pollinis und Aurelia-Stifung: Sieg in Verfahren gegen Verlängerung von Pestizidzulassusngen, hier für Glyphosat, Boscalid und Dimoxystrobin 
Das Gericht rügt, dass die Behörde (ECHA) Entscheidungen zur Verlängerung der Zulassung für lange Zeiträume und systematisch ausspricht und die Rolle des Antragstellers (des Pestizidproduzenten) bei Verzögerungen im Verfahren nicht bewertet. 
Berufung ist noch möglich und die Verlängerungen selbst sind noch nicht vom Tisch.


Spurenstoffe:

PFAS bzw. Trifluoressigsäure
Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) hat einen Aufruf zum Schutz der Wasserreserven gegen PFAS veröffenlicht (https://aoew.de/umweltschutz/gewaesserschutz/aoew-veroeffentlicht-positionierung-zu-pfas/) und plant jetzt offenbar eine Klage gegen PFAS-Produzenten.
Hintergrund dürften die geänderten PFAS-Grenzwerte und der Einbezug von Trifluoressigsäure in die Gruppe der PFAS sein. Damit ist die Einhaltung der Grenzwerte bei Nutzung von Uferfiltraten und die Einhaltung der Umweltqualitätsnormen in Kläranlagen praktisch nicht mehr möglich. Beides könnte zu erheblicher Verteuerung der Wassergewinnung und der Abwasserbehandlung führen.
Damit könnte die heftig gegen eine PFAS-Regulierung in Brüssel lobbyierende Industrie bald von dem eingeholt werden was amerikanische Versicherungsgesellschaften schon seit längerem prophezeien: einem riesigen (und teuren) Skandal der dem um Asbest in nichts nachsteht.

6-PPD
https://product.enhesa.com/1698708/tyre-chemical-6ppd-may-affect-thyroid-hormones-human-data-suggests
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0013935125024430?via%3Dihub

Der in Reifen als Ozonschutz- und Antioxidationsmittel verwendete Stpff 6-PPD wird in
Mengen von ≥ 10 000 bis < 100 000 t in der EU hergestellt oder importiert. 
6-PPD bzw. sein Metabolit 6-PPD-Q (N-(1,3-dimethylbutyl)-N′-phenyl-p-phenylenediamine-chnon), sowie etliche andere endokrine Disruptoren wie BPA-S zeigen Einflüsse auf die Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft und können damit die Entwicklung des kindlichen Immunsystems schwächen. 
6-PPD ist ein Spurenstoff, der vom UBA als relevanter Spurenstoff eingeschätzt wird da er vermehrt in Oberflächenwaser auftritt. "Beide Substanzen erfüllen das Kriterium der Ökotoxizität. Hierbei ist hervorzuheben, dass akute Toxizitätswerte für einige aquatischen Fischspezies im ng/L-Konzentrationsbereich liegen." (UBA Kurzdossier)



Pyretroide sind extrem toxisch für Wasserorganismen.
https://pan-germany.org/pestizide/extrem-toxisch-fuer-wasserorganismen-pyrethroid-insektizide-im-fokus-von-wissenschaft-und-regulation/
"Die Auswertung der Wissenschaftler*innen zeigt, dass in den meisten europäischen Ländern die Bestimmungsgrenzen der verfügbaren Analysetechnik (LOQ) zu hoch sind, um die Einhaltung der UQN (Umweltqualitätsnormen nach Wasserrahmenrichtlinie) für Pyrethroide zuverlässig zu bewerten. Wo Konzentrationen mit einer ausreichend niedrigen LOQ quantifiziert werden konnten, wurden häufig Überschreitungen der jeweiligen UQN beobachtet."
Nach der Wasserrahmenrichtlinie müssten dann zumindest für das schon überwachte Cypermethrin Massnahmen zur Verringerung eingeleitet werden. Der Aufbau einer ausreichenden Analytik ist ebenfalls nötig.



Geleakter Kommissionsentwurf:
https://pan-germany.org/pestizide/pestizidregulierung-am-abgrund/
Eu-Kommissions-Pläne: unbefristete Pestizidzulassungen, mehr und längere Ausnahmen von Verboten – ein Schlag gegen Wissenschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz

 

Bernd Wille

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