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Grundwasseruntersuchung am Rhein: PFAS, Pestizide und andere Spurenstoffe

Zusammenfassung: https://www.ermes-rhin.eu/uploads/pdf/acces-libres/ERMES-ii-Rhin/Rapport_synthese_ERMES-ii_FR.pdf

Studie: https://www.ermes-rhin.eu/uploads/pdf/acces-libres/ERMES-ii-Rhin/Rapport-Bericht_ERMES-ii.pdf

Spektrum der Wissenschaft:

https://www.spektrum.de/news/studie-starke-grundwasser-belastung-am-oberrhein/2323644?sc_src=email_731687&sc_lid=181209939&sc_llid=11380

 

Das Grundwasser im Einzugsgebiet des Oberrheins ist nach einer Studie durch Pestizide, Arzneimittelrückstände und sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) erheblich belastet. Das hat das Oberrhein-Projekt »ERMES-ii Rhein« ergeben, wofür das Grundwasser an 1497 Messstellen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, dem Elsass bis zur Schweizer Grenze untersucht wurde.

 

Praktisch überall wurden im Grundwasser belastende Stoffe festgestellt und an 59 Prozent der Messstellen wurde mindestens ein Trinkwassergrenzwert überschritten, hieß es bei der Vorstellung der Studie in Straßburg. Die Schadstoffe stammen demnach aus der Industrie, der Landwirtschaft, aus Privathaushalten und dem Gesundheitswesen. Betont wurde, dass sich die Ergebnisse auf Grundwasser und nicht auf Trinkwasser beziehen. Trinkwasser werde zunächst aufbereitet und nach strengen Normen kontrolliert.

Schadstoffe müssen an der Quelle reduziert werden

Die Studie empfiehlt, schon an der Quelle für weniger Einträge von Schadstoffen zu sorgen. Dies erfordere eine Verringerung der landwirtschaftlichen, industriellen und häuslichen Verwendung problematischer Stoffe. Außerdem müssten Kläranlagen für die Beseitigung bestimmter Schadstoffe ausgerüstet werden, die bisher noch nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden. Zudem raten die Experten, die Überwachung von Fließgewässern und Grundwasser zu verbessern.

 

Details:

Pestizide: es wurden vor allem Metaboliten von Pestiziden (S-Metolachlor, Chloridazone, Atrazine) und von Fungiziden (Chlorothalonil, Tolylfluanid) gefunden.

PFAS und Pestizide (bzw. deren Metabolite) dominierten die gefunden Substanzen, gefolgt von Lebensmittelzusätzen und Arzneimitteln.

Die erstmals angewandte "non taget"-Analytik (Aufnahme der Massenspektren nicht identifizierter Substanzen) erlaubt das Aufspüren noch nicht bekannter und vor allem nicht mit konventioneller Analytik - durch Vergleich mit einem Standard der Substanz - erfassbarer Substanzen . Die Daten werden in Zukunft die Verfolgung der Konzentrationen von heute noch nicht untersuchten Substanzen erlauben. Es konnten zwishen 61 und 194 Substanzen  je nach Messstelle identifiziert werden, darunter einige, die noch nicht amtlich erfasst und routinemäßig untersucht wurden.

 

 

TFA (Trifluoressigsäure, ein Abbauprodukt von einigen PFAS) wurde an 96% der Messstellen detektiert an 41% mit Werten von mehr als 1µg/l. Diese Befunde sind momentan noch kein rechtliches Problem, werden es aber mit der Einführung der neuen PFAS-Grenzwerte für Trinkwasser in der EU.

 

https://correctiv.org/aktuelles/kampf-um-wasser/2026/02/03/wie-die-industrie-den-rhein-mit-unbekannten-stoffen-verschmutzt/

 

Die Correctiv-Recherche ist das Pendant zu den ERMES-Resultaten aus der Non-Target-Analytik.

"Zwischen 2020 und 2025 registrierten die Behörden 65 Mal auffällige Stoffe im Rhein, die sie aufwändig prüften. Auffällig, weil die Konzentrationen besonders hoch waren oder ein Stoff plötzlich über mehrere Tage hintereinander in den Messungen auftauchte. 

Am Ende konnten nur 44 dieser Substanzen eindeutig oder wahrscheinlich bestimmt werden. Nicht alle sind potenziell gefährlich; manche entfalten ihre schädliche Wirkung erst ab hohen Konzentrationen. Unter den identifizierten Stoffen finden sich auch solche, die nicht routinemäßig überwacht werden, darunter ein vermutlich krebserregender.

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Ihr Ursprung: in vielen Fällen die Industrie. Denn der Rhein ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch ein Magnet für Deutschlands größte Chemiekonzerne.

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Wie schädlich diese Stoffe sind, bleibt unklar. Um das herauszufinden, wären Tests nötig, die Monate oder sogar Jahre dauern könnten – allein, um die Wirkung eines einzigen Stoffes auf die menschliche Gesundheit zu prüfen, etwa in Tierversuchen.

 

„Wir erleben die absurde Situation, dass eine Armada von Wissenschaftlern Stoffe erforscht, die die Industrie sehr genau kennen dürfte. Aber niemand zwingt sie, diese offenzulegen“, sagt Experte Brack. Das heißt auch: Mit öffentlichen Steuern müssen die Stoffe der privaten Konzerne erforscht werden."

Bernd Wille (Hervorhebung von mir)

 

 

 

 

 

 

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