https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/obst-gemuese-gentechnik-supermarkt-li.3500484
Die EU hat jetzt den Sprung vom fortschrittlichsten (weil restriktivsten) Markt für Gentechnologie zum demnächst wohl bevorzugten Experimentierfeld der Gentechnik-Konzerne geschafft.
Das EU-Parlament hat wie befürchtet den die Freigabe sogenannter NG1-Organismen beschlossen. Keine Kennzeichnung mehr, keine Rückverfolgbarkeit, keine Kompensation für Kontmination von ökologisch produzierten Kulturen. Selbst die windelweiche Perspektive auf einen Kodex für konventionelle Züchter zum Schutz vor Konzernpatenten wurde abgelehnt.
Weltweit wurden gentechnisch veränderte Organismen hauptsächlich als Viehfutter benutzt in der Hoffnung dass eventuelle Probleme mit dem Durchgang durch einen Organismus abgefedert würden. Der Blick auf einen großen Block von Staaten mit einer restriktiven Politik hat sicher einige Auswüchse verhindert.
Das Problem ist jetzt gelöst: was wir nicht wissen können wir auch nicht vermeiden. Die Gefahr sind nicht direkte Vergiftungen durch Gentechnik sondern die Monopolisierung des Marktes durch einige große Konzerne und die Zementierung einer Produktionsweise, die auf Monokulturen, Pestizide und Massenproduktion setzt. Dazu kommen sicher noch vermehrt segensreiche Produkte wie Pilze, denen man nicht mehr ansieht, dass sie überlagert sind oder Tomaten, die wochenlang "frisch" aussehen und nicht mehr matschig werden etc.
Wir wünschen guten Appetit.
Bernd Wille

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