UBA-Studie zu TFA, Quellen und Eintrittspfaden
Pflanzenschutzmittel
Der Großteil der maximalen TFA-Emissionen geht auf drei zugelassene Wirkstoffe zurück: Flufenacet, Diflufenican und Fluazinam.
Arzneimittel
Von den sich maximal bildenden TFA-Mengen aus Arzneimitteln gehen ca. 23 % auf die halogenierten Inhalationsanästhetika (Narkosegase) Isofluran, Sevofluran und Desfluran zurück.
Weitere ca. 73% des TFAs gehen auf sechs Wirkstoffe zurück: das Diabetesmedikament Sitagliptin,
das Schmerzmittel Celecoxib, das Herzmedikament Flecainid, das Antidepressivum Fluoxetin, das Krebsmedikament Bicalutamide und das HIV-Medikament Efavirenz.
Kältemittel
Auf der Basis von Modellierungen, die reale Atmosphärenkonzentrationen von Kälte- und Treibmitteln
verwendeten, schätzt Behringer et al. (2021), dass im Jahr 2018 etwa 50% des niederschlagsbedingten
TFA-Eintrags auf bekannte Kälte- und Treibmittel, insbesondere HFKW134a, zurückgehen.
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Bei vermehrtem Einsatz von HFKW-1234yf wird sich der absolute TFA-Eintrag und voraussichtlich auch sein Anteil am Gesamteintrag bis 2050 weiter erhöhen
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Bereits 2001 berichtete Ellis et al. (2001), dass bei der Thermolyse von PTFE 8% TFA entsteht. Die eingesetzten Bedingungen ähnelten den Temperaturen, unter denen PTFE verarbeitet wird (Sintern-Verfahren).
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Polymere
Der photolytische Abbau der amorphen Polymere erscheint erstmal relevanter, da dieser bereits durch UV-Strahlung eintreten kann. Allerdings ist dieser Vorgang aufgrund der geringeren hergestellten Menge von Teflon AF (und anderen amorphen Fluorpolymere) vermutlich für die TFA Menge in der Umwelt weniger bedeutend. Die Entstehung von TFA aus PTFE (und anderen semikristallinen Fluorpolymere) ist zwar nur unter sehr hohen Temperaturen nachgewiesen und damit in der Umwelt weniger relevant. Doch bieten die hohen Produktionsmengen ein gewisses TFA-Emissionspotenzial.
ÜLberblick für Deutschland:
nicht bekannt: Einsatz in der Produktion, Chemie-Zwischenprodukte, Tierazneimittel, Biozide,
Humanarzneimittel: 30 t/a
Pflanzenschutzmittel: 500 t/a
Treib- und Kühlgase: 2400 t/a
Interessant ist, dass die Belasung bei Pflanzenschutzmitteln und Arzneimitteln auf wenige Substanzen mit hohem Einsatzvolumen konzentriert sind.
Die Autoren weisen auf die grundsätzliche Gefahr übersehener Langzeitwirkungen bei persistenten Verbindungen hin (siehe DDT, PCBs etc.). Sie fordern Persistenz als alleiniges Kriterium für Aktivitäten zur Regulierung und Reduktion.
Besonders problematisch ist die Situtation im Bereich Trinkwassergewinnung.
Fazit:
"Ein Warten auf eine übergeordnete Strategie wäre angesichts der Risiken und Konflikte hingegen unvernünftig, so dass wir alle Akteure bereits jetzt aufrufen, zur Eintragsminderung von TFA in die Umwelt stärker beizutragen. "
Bernd Wille

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