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Neue Strategie zur Erreichung des Ziels der Halbierung der Toxizität der ausgebrachten Pestizide nötig.

https://www.vbio.de/aktuelles/details?tx_news_pi1%5Bnews%5D=37037&cHash=a4d15b749cc01390602e0fc051f7e6c4

 

Originalpublikation:

 

Wolfram, J., Bussen, D., Bub, S., Petschick, L.L., Herrmann, L.Z., Schulz, R. (2026) Increasing applied pesticide toxicity trends counteract the global reduction target to safeguard biodiversity. Science. https://www.science.org/doi/10.1126/science.aea8602

 

Auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada hatten sich die Teilnehmenden Länder zum Ziel gesetzt, die Toxizität der ausgebrachten Pestizide bis 2030 zu halbieren.

Tatsächlich ist die TAT (totale ausgebrachte Toxizität) angestiegen und es bestimmen  20 ± 14 der Pestizide  >90% der TAT  national. Obst, Gemüse, Mais, Soja, Reis und andere Cerealien tragen 76-83% des globalen TAT bei und  China, Brasilien, Indien und die USA verursachen 53 to 68% der globalen TAT.

Eine globale Strategie mit Übergang zu weniger toxischen Wirkstoffen, verstärktem Biolandbau und Transparenz der nationalen Ausbringungsdaten ist notwendig um dem UN-Ziel näherzukommen.

 

Im Februar 25 hat die COP 16.2-Konferenz das TAT-Konzept verabschiedet. Dabei werden die Ausbringungsdaten mit den RTLs gewichtet, also den Konzentrationen oberhalb  der Umweltschäden erwartet werden.

Diese Daten wurden in der vorliegenden Arbeit auf die SPAM-Daten, der geografischen Verteilung landwirtschaftlicher Produktion bezogen (nTAT) (https://www.nasaharvest.org/news/a-hrefhttpsnasaharvestorgindexphpnewsspam-2010-updated-global-crop-data-aid-food-policy-decisionsspam-2010-updated-global-crop-data-aid-in-food-policy-decisionsa).

Diese Daten wurden nach Speziesgruppen zu maximalen nTAT-Werten gruppiert. Daraus wurden Trends für Spezies, Länder etc. gebildet.

 

Es ist mit diesem Verfahren möglich, nicht nur Trends in der Agrarproduktion sondern auch Entwicklung der Toxizität für verschiedene Organismenklassen anzugeben. Damit wird die Wirkung auf die Biodiversiät sichtbar.

" Die Ergebnisse zeigen, dass sich die ausgebrachte Toxizität über den betrachteten Zeitraum stark erhöht hat. „Das liegt teilweise an einer erhöhten Menge ausgebrachter Pestizide, da einerseits die Fläche an Ackerland zunimmt oder vorhandene Flächen intensiver bewirtschaftet werden, aber auch an einer steigenden Toxizität der ausgebrachten Mittel, insbesondere bei den Insektiziden“, so Ralf Schulz. Besonders stark waren die Anstiege für Landinsekten, Bodenorganismen und Fische. Aber auch für wirbellose Gewässerorganismen, bestäubende Insekten und Landpflanzen zeigten sich Erhöhungen. Nur bei Gewässerpflanzen und Landwirbeltieren wurden Abnahmen beobachtet. Alle Gruppen von Pestiziden (Herbizide, Insektizide, Fungizide) trugen zur steigenden Toxizität bei, wobei für die unterschiedlichen Tier- und Pflanzengruppen jeweils etwa 20 Pestizidwirkstoffe von entscheidender Bedeutung waren. "

 

"Ohne umgehende Maßnahmen wird voraussichtlich nur Chile das von der UN gesteckte Ziel für 2030 erreichen. China, Japan und Venezuela wiesen im Beobachtungszeitraum einen abnehmenden Trend ausgebrachter Toxizität auf. Andere Länder, darunter auch Deutschland, müssen eine Trendumkehr erreichen und hinsichtlich der ausgebrachten Pestizidtoxizität auf ein Niveau von vor über 15 Jahren zurückkehren, um das UN-Ziel zu erreichen. Jakob Wolfram betont: „Dies kann vermutlich nur erreicht werden, wenn neben dem Umstieg auf weniger giftige Wirkstoffe auch deutlich mehr Fläche von konventioneller in ökologische Landwirtschaft umgewandelt wird, was zudem weitere positive Effekte für die Sicherstellung der globalen Biodiversität hätte.“

 

Bernd Wille auf Angregung von Bettina

 

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