Neues zu TFA (Trifluoressigsäure)

Eine Mailänder Arbeitsgruppe hat in-vitro-Studien zur Wirkung von PFAs und  TFA  durchgeführt. Gemessen wurden die Produktion von Antikörpern (IgG und IgM) und  Reifemarker in dendritischen Zellen, also auf zwei Mechanismen, die zentral für die Immunantwort sind. Hintergrund: die Wirkung von PFAS auf insbesondere die Herausbildung des Immunsystems von Neugeborenen ist der Maßstab für die tolerierbaren PFAS-Level in Nahrungsmitteln und Trinkwasser.

 

https://www.frontiersin.org/journals/toxicology/articles/10.3389/ftox.2025.1665163/pdf

 

Wesentliches Ergebnis:

 "PFOS, PFOA und Perfluornonansäure (PFNA) unterdrückten die Antikörperproduktion und beeinträchtigten die Reifung dendritischer Zellen in einer konzentrationsabhängigen Weise, was mit früheren In-vivo- und epidemiologischen Daten übereinstimmt. Kurzkettige PFAS (PFHxS, PFBS, PFHxA, PFBA) zeigten eine mäßige bis mittlere immunmodulatorische Aktivität, mit leichten immunsuppressiven Tendenzen bei weiblichen Spenderinnen. Bemerkenswert ist, dass TFA die Antikörperproduktion in einem Ausmaß reduzierte, das mit dem von PFOS vergleichbar war, was darauf hindeutet, dass die Kettenlänge allein kein verlässlicher Prädiktor für das immunotoxische Potenzial ist."

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

 

Die unerwartet starke Wirkung von TFA stellt jetzt natürlich ein Problem dar. Konnte man PFOS verbieten und ersetzten ist TFA das Endprodukt des Abbaus einer ganzen Reihe von PFAS, besonders von F-Gasen und Pestiziden. Die Regulierung von PFAS als Gruppe ist damit noch einmal dringlicher geworden und Wasserwerks-Verantwortliche haben ein dringliches Problem mehr. Wenn man die Substanz nicht wie bisher massiv aus der Belastung herausrechnen kann (Faktor 500) dann sind PFAS-Grenzwerte, die bereits heute problematisch sind, nicht mehr zu halten. TFA aber ist mit vertretbarem Aufwand nicht aus Wasser zu entfernen.

 

Bernd Wille

 

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