Die EU-Kommission steht kurz davor, die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln weitgehend freizugeben. Siehe: https://www.nabu-bfa-oekotox.de/2025/11/20/trilog-zur-regulierung-der-gr%C3%BCnen-gentechnik/
Immerhin hat ein Teil des Einzelhandels (Aldi Nord und Süd, Rewe und Penny) sich zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten bekannt, Aldi, Rewe und Penny setzen das auch in den momentan geregelten Bereichen, also Trinkmilche, Eiern und Geflügel weitgehend um. Für ihre Eigenmarken gibt es das "Ohne Gentechnik"-Siegel. Außer bei Edeka und Netto besteht also eine Wahlfreiheit für den Konsumenten.
Wo es keine Regelung gibt , also bei Schweine- und Rindfleisch herrscht Wildwuchs (Details siehe Greenpeace-Studie).
Es ist mit diesen Befunden klar, dass gesetzliche Regleungen umgesetzt werden. Sobald sie fallen regiert in der Lebensmittelindustrie immer der Kostendruck.
Zur Einordnung: gentechnisch verändert heißt nicht schädlich. Die Gentechnik enthaltenden Produkte in Deutschland enthalten - noch - nur Produkte von mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefütterten Tieren.
Bislang werden weltweit kaum direkt gentechnisch veränderte Produkte vermarktet weil sie von den Konsumenten selbst in den USA nicht akzeptiert würden. Mit der Änderung durch die EU-Kommission wäre das aber ohne jede Kennzeichnung möglich.
Selbst Veränderungen durch konventionelle Züchtung aber können gefährlich sein. Es gilt (eigentlich, trotz Verfassungsrang) das Vorsorgeprinzip. Es müßte für jede Anwendung geprüft werden ob Risiken bestehen zumal wenn es etablierte gentechnikfreie Produkte gibt.
Mit der Freigabe entsprechend dem EU-Kommissionsentwurf wird jede Überprüfung unmöglich und risikoärmere Produkte werden eventuell vom Markt verdrängt.
Bernd Wille

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