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BUND-Standpunkt zur Chemikalienbewertung

https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/stoffbewertung-im-lichte-des-vorsorgeprinzips-persistenz-gefaehrlichkeit-und-risiko/

 

 

"Der BUND fordert eine konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips beim Management von Chemikalien, insbesondere bei extrem persistenten „Ewigkeitschemikalien“ wie PFAS und Mikroplastik. Auch ohne nachgewiesene Toxizität stellen solche Stoffe eine langfristige Bedrohung dar, da sie sich in der Umwelt anreichern, nicht rückholbar sind und spätere Schäden kaum beherrschbar machen. Historische Beispiele wie FCKW und PCB zeigen, dass das Ignorieren von Persistenz zu gravierenden Umweltproblemen und hohen Folgekosten führen kann."

 

Es ist mittlerweile klar, dass die klassische Vorgehensweise mit Einzelstoff-Risikobewertung schon bei "normalen" Substanzen wegen der schieren Masse der vermarkteten Verbindungen an ihre Grenzen gekommen ist. Noch bedenklicher ist es wenn Stoffe persistent sind, also lange in der Umwelt verbleiben. Sie sind dann nicht mehr "rückholbar", ein Produktionsstop löst das Problem nicht und es besteht die Gefahr, dass Probleme erst nach längerer Zeit deutlich werden und es dann keine vernünftige Lösung mehr gibt. Beispiele : PFAS, Bisphenole, Mikroplastik. Hier müssen Gruppenbewertungen nach dem Gefährlichkeitsprinzip eingeführt werden.

 

"Die Industrie, aber auch das Bundesinstitut für Risikobewertung,  lehnen eine gefährlichkeitsbasierte Bewertung und Regulierung grundsätzlich ab. Sie setze falsche Prioritäten. Wichtige Stoffe würden unnötig verboten, ohne dass die menschliche Gesundheit oder die Umwelt gefährdet würden. Regulierungen sollten sich auf wirklich festgestellte Risiken beschränken. Mit dieser Argumentation stoßen Chemikalienhersteller und industrielle Verwender auch in der Politik auf offene Ohren. "

 

Expositionsbewertungen (Risiko = Gefährlichkeit x Exposition) kosten zuviel Zeit, blenden noch unbekannte Risiken aus, übersehen Langzeitwirkungen und sind bei Stoffen mit Wirkschwelle Null völlig unzureichend.

 

Bernd Wille

 

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