Wir hatten hier über den Plan berichtet, Pestizide unbegrenzt zuzulassen. Um es plastisch zu formulieren: wenn diese Bestimmungen 1970 durchgekommen wären würden wir heute noch DDT spritzen.
Die entsprechenden EU-Initiativen sind inzwischen "etwas" in die Kritik geraten
und es war nicht möglich, eine Einigung im Rat der EU-Botschafter zu erzielen.
https://pan-germany.org/pestizide/keine-einigung-im-rat-zum-pestizid-omnibus/
PAN:
"Auch die Wissenschaftsgemeinschaft dürfte erst einmal aufatmen, denn der Omnibus-Entwurf bedeutet in weiten Teilen eine Abkehr von einer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Politik und Regulierung.
Dass es jetzt noch keine Rats-Position gibt, verschafft Zeit. Inhaltlich ist mit der Vertagung allerdings noch nichts gewonnen. Der Dachverband der pestizidherstellenden Industrie CropLife Europe warnte nach der gescheiterten Abstimmung davor, dass der Omnibus-Entwurf in unnötige Komplexität getrieben würde und sich von seinem ursprünglichen Ziel der Vereinfachung entferne." (Hervorhebung von mir)
Die Debatte geht also weiter. Man kann den Hintergrund auch so verstehen, dass hier vorgebaut werden soll. Trifluoressigsäure ist als reproduktionstoxisch und sehr persistent und sehr mobil anerkannt und ist damit ein relevanter Metabolit vieler Pestizide, die CF3-Gruppen enthalten. Damit steht die Zulassung einer großen Zahl von Pestiziden in Frage. Die Industrie fände es natürlich sehr praktisch wenn man sich über schon zugelassene Mittel keine Gedanken mehr machen müßte. Deren Hinterlassenschaft wird dadurch aber nicht weniger giftig.
Bernd Wille

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